https://www.enisa.europa.eu/news/geopolitics-accelerates-need-for-stronger-cyber-crisis-management
Die European Union Agency for Cybersecurity (ENISA) hat kürzlich eine detaillierte Untersuchung über effektive Methoden im Umgang mit Cyberkrisen herausgebracht. Diese Publikation, veröffentlicht im Februar 2024, bietet tiefgreifende Einblicke in die Komplexität von Cyberkrisen und deren Bewältigung innerhalb der Europäischen Union. Der Bericht ist besonders relevant für Fachleute im Bereich der Cybersicherheit und ISO-Auditoren, da er eine gründliche Analyse der Definitionen, Strukturen und Schlüsselakteure im Bereich des operationellen Cyberkrisenmanagements liefert. Zudem stellt er bewährte Verfahren vor, die bereits in EU-Mitgliedstaaten erfolgreich umgesetzt werden.
Bewährte Verfahren im Management von Cyberkrisen
Die Studie identifiziert verschiedene bewährte Verfahren (Best Practices, BP), die auf die vier Hauptphasen des Krisenmanagements angewendet werden können: Prävention, Vorbereitung, Reaktion und Wiederherstellung. Diese sind von besonderer Bedeutung für ISO-Auditoren, da sie aufzeigen, wie organisationelle Strukturen und Prozesse gestärkt und Risiken minimiert werden können.
- Präventionsphase
- BP #1: Einführung einer national anerkannten Definition von „Cyberkrise“, inklusive ihrer internationalen Dimensionen.
- BP #2: Entwicklung und kontinuierliche Überprüfung spezifischer Informationssicherheitsstandards für den öffentlichen Sektor.
- BP #3: Initiierung nationaler Präventionsprogramme, wie z.B. zentralisierte Maßnahmen gegen Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS).
- Vorbereitungsphase
- BP #4: Etablierung einer Governance-Struktur, Zuweisung spezifischer Fähigkeiten und Ernennung eines Krisenkoordinators.
- BP #5: Sammlung und Analyse von Informationen über Schlüsselakteure und wichtige Ressourcen.
- BP #6-12: Entwicklung von Kommunikationsstrategien, Rollenverteilungen, Eskalationskriterien und Risikobewertungsinstrumenten. Durchführung von Übungen und Schulungen zur Optimierung der Krisenreaktionsfähigkeit.
- Reaktionsphase
- BP #13: Aktivierung privater, zertifizierter und vertrauenswürdiger Anbieter für technische Unterstützung.
- BP #14: Bereitstellung einheitlicher und transparenter Kommunikationsleitlinien für die Krisenkommunikation.
- Wiederherstellungsphase
- BP #15: Entwicklung und Implementierung von Geschäftswiederaufnahmeplänen.
- BP #16: Einrichtung einer Feedback- und Lernplattform zur Ableitung von Verbesserungsvorschlägen.
Diese Praktiken sind darauf ausgerichtet, die Widerstandsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten gegen Cyberkrisen zu stärken und umfassen ganzheitliche, strategisch durchdachte und koordinierte Ansätze in allen Phasen des Krisenmanagements. Sie sind besonders für ISO-Auditoren von Bedeutung, da sie die Grundlage für eine umfassende Risikobewertung und -minderung im Bereich der Cybersicherheit bilden.
