Die Root Cause Analysis

Die Root Cause Analysis, oder auf Deutsch Ursachenanalyse, ist ein mächtiges Werkzeug, um herauszufinden, wie und warum Probleme entstehen. Stellen Sie sich vor, ein Problem tritt auf – sei es im IT-Bereich, in der Fertigung oder in einem anderen Bereich eines Unternehmens. Anstatt nur das Problem zu beheben, geht es bei der Root Cause Analysis darum, tiefer zu graben: Wir wollen verstehen, warum das Problem aufgetreten ist, wie es dazu kam und wann genau es entstanden ist. Diese Methode ist besonders wertvoll, wenn ein System ausfällt oder sich unerwartet verhält, da sie hilft, nicht nur kurzfristige Lösungen zu finden, sondern auch langfristige Verbesserungen vorzunehmen.

Ein zentraler Aspekt der Root Cause Analysis im Risikomanagement ist die Reduzierung des Gesamtrisikos für ein Unternehmen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können Teams helfen, die Zuverlässigkeit ihrer Systeme zu erhöhen. Das schließt Bereiche wie Prozessverbesserungen, Konfigurationsänderungen, Systemverbesserungen und die Schulung des Personals ein. Durch eine Feedback-Schleife, die von den Problem-Analytikern zu den Operatoren reicht, kann ein Unternehmen erkennen, was zu dem Problem geführt hat und wie ähnliche Probleme in Zukunft vermieden werden können.

Eine besonders effektive Methode der Root Cause Analysis ist das sogenannte Fischgrätendiagramm, auch bekannt als Ishikawa- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm. Dieses Tool visualisiert auf einfache Weise die verschiedenen potenziellen Ursachen für ein bestimmtes Problem. Das zu lösende Problem wird am Kopf des Fischs dargestellt, während die Gräten verschiedene Ursachenkategorien wie Methoden, Maschinen, Materialien, Menschen, Messungen und Umgebung abbilden. Jeder „Gräte“ werden dann spezifische Ursachen zugeordnet, die zum Hauptproblem beitragen könnten. Dieser Ansatz hilft dabei, alle möglichen Ursachen zu erkunden und liefert ein strukturiertes Bild, wie verschiedene Faktoren zusammenwirken können.

Neben dem Fischgrätendiagramm gibt es auch die Methode der Fünf Warum-Fragen, bei der man durch wiederholtes Fragen von „Warum?“ den Kern eines Problems ergründet. Es kann mehr oder weniger als fünf Fragen brauchen, um zum eigentlichen Grund eines Problems zu kommen. Die Zahl ist eher ein Richtwert als eine feste Regel.

Für die Durchführung einer erfolgreichen Root Cause Analysis ist eine starke Kommunikation im Team entscheidend. Post-Mortem-Meetings, also Nachbesprechungen nach einem Vorfall, sind hierbei eine Schlüsselkomponente. Sie ermöglichen es allen Beteiligten, sich über die Ereignisse, ihre Zeiträume, beteiligten Faktoren sowie die verwendeten Lösungsmethoden auszutauschen.

Im Bereich der IT werden verschiedene Tools und Datenquellen für die Root Cause Analysis genutzt. Dazu gehören Überwachungssysteme für Anwendungs- und Infrastrukturleistung, Systemverwaltungs- und Cloud-Management-Tools. Moderne Ansätze beinhalten auch die Verwendung von künstlicher Intelligenz, wie in AIOps-Tools (Artificial Intelligence for IT Operations), die aus vergangenen Ereignissen lernen und zukünftige Lösungswege vorschlagen können.

Ein konkretes Beispiel für eine Root Cause Analysis könnte so aussehen: Ein IT-Team muss herausfinden, warum zwei Stunden lang keine E-Mails gesendet oder empfangen werden konnten. Durch den Einsatz der Fünf-Warum-Fragen-Methode und eventuell auch eines Fischgrätendiagramms kann das Team Schritt für Schritt die Ursache ermitteln, wie etwa ein fehlerhaft installierter Patch während der Geschäftszeiten. Diese Erkenntnisse ermöglichen es dann, Prozesse zu verbessern und zukünftige Ausfälle zu verhindern.

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