Cyberversicherung: Direkt vs. Indirekt – Wissen, wann sie wirklich greift! #kleingedrucktes

Letztens habe ich bei einem Kunden die Cyberversicherungs-Police etwas genauer unter die Lupe genommen. Dabei fiel mir auf, dass viele Policen nur bei einem direkten Cyberangriff greifen. Was heißt das genau? Und was ist ein indirekter Cyberangriff? Lassen Sie uns das mal ganz persönlich und praxisnah anschauen.
Nachtrag: oft lautet es auch „gezielte und nicht zielgerichtete  Angriffe“

Was ist ein direkter Cyberangriff?

Ein direkter Cyberangriff zielt gezielt und bewusst auf Ihr Unternehmen ab. Das bedeutet, dass die Angreifer es genau auf Ihre Daten, Systeme oder Ihr Geschäft abgesehen haben.

Beispiel für einen direkten Cyberangriff: Stellen Sie sich vor, ein Hacker schickt gezielt Phishing-Mails an Ihre Mitarbeiter. Einer Ihrer Kollegen klickt auf den schädlichen Link, und schon hat der Hacker Zugang zu Ihren sensiblen Unternehmensdaten. Die Folge: Kundendaten werden gestohlen und der Angreifer verlangt Lösegeld. In diesem Fall springt Ihre Cyberversicherung ein, denn Ihr Unternehmen wurde direkt angegriffen.

Was ist ein indirekter Cyberangriff?

Indirekte Cyberangriffe treffen Ihr Unternehmen zwar, aber sie sind nicht speziell auf Sie ausgerichtet. Diese Angriffe sind breit gestreut und betreffen viele Firmen gleichzeitig.

Beispiel für einen indirekten Cyberangriff: Denken Sie an einen globalen Ransomware-Angriff, der weltweit Computer infiziert. Einer Ihrer Mitarbeiter besucht eine infizierte Website und lädt versehentlich die Schadsoftware herunter, die Ihr Unternehmensnetzwerk lahmlegt. Obwohl Ihr Unternehmen betroffen ist, war es nicht das Hauptziel des Angriffs. Hier könnte Ihre Cyberversicherung möglicherweise nicht greifen, da der Angriff nicht direkt auf Ihr Unternehmen abzielte.

Warum ist dieser Unterschied wichtig?

Für Ihr KMU ist es entscheidend, den Unterschied zu kennen, da viele Cyberversicherungen nur Schutz bei direkten Angriffen bieten. Wenn Sie Opfer eines indirekten Angriffs werden, müssen Sie möglicherweise auf andere Maßnahmen zurückgreifen, um den Schaden zu bewältigen.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Egal, ob es sich um einen direkten oder indirekten Angriff handelt, präventive Maßnahmen sind unerlässlich:

  • Mitarbeiterschulungen: Sensibilisieren Sie Ihr Team für Phishing und andere Bedrohungen.
  • Regelmäßige Updates: Halten Sie Ihre Software immer auf dem neuesten Stand.
  • Sicherheitslösungen: Nutzen Sie Firewalls, Antivirus-Programme und regelmäßige Sicherheitschecks.
  • Notfallpläne: Haben Sie einen Plan B für den Ernstfall, um schnell reagieren zu können.

Fazit

Es lohnt sich, das Kleingedruckte in Ihrer Cyberversicherung genau zu lesen. Den direkten Angriff nachzuweisen, kann oft schwierig sein, und ohne diesen Nachweis unterstützt die Versicherung möglicherweise nicht. Das bedeutet, dass die gezahlten Kosten für die Police eventuell besser in die Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen investiert sind. Mit diesem Wissen und den richtigen Schutzmaßnahmen sind Sie bestens vorbereitet und können Ihr Unternehmen optimal schützen.

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